Belleville war wie Bessungen ein Dorf und wurde ebenso eingemeindet, und zwar von Paris 1860. Das Arbeiterviertel wurde berühmt durch die “Commune de Paris”, wo das Volk zusammen mit der Pariser Nationalgarde 1871 gegen die “Versaillais” (monarchisch gesinnte Nationalversammlung) kämpfte und die ersten Barrikaden errichtet hatte.

Berühmt ist Belleville auch für seinen Friedhof “Le Pere Lachaise”, Ruhestätte für viele Politiker und Künstler und Wallfahrtsort für viele ihrer Bewunderer. Dort sind zum Beispiel die Gräber von Edith Piaf (geboren in Belleville), Jim Morrison, Oscar Wilde und Frédéric Chopin.

Den Namen “Belleville” haben wir gewählt, weil ein Hauch von Autonomie sowohl durch Belleville als auch durch Bessungen weht. Und im Bellevilleviertel gab es ein Musiktheater, das “La Java” hieß, wo viele Jazzmusiker (u.a. Django Reinhardt) ihre Karrieren angefangen hatten. “La Java” gibt es nicht mehr, aber vielleicht wird der Bessunger Jagdhofkeller auch ein Refugium für die Pariser Jazzer.

Wer sind wir?

Das ist Djaida Marianne, geboren in Algier, als Algerien noch zum Französischen Mutterland gehörte. Mit ihrer Familie geflohen ins französische Baskenland, der Heimat des Vaters, wo sie die früheste Kindheit verbracht. Dann zog die Familie nach Paris ins Arbeiterviertel “Belleville”, wo sie aufgewachsen und gelebt hatte. Studium an der “Ecole boule” mit Diplom zur Innenarchitektin. Beruflich als Innenarchitektin in Paris, London und Tokio tätig.
War 3 Jahre in Westafrika um ein neues Leben zu beginnen (unter anderem als Gastronomin), aber irgendwas (oder wer) muss sie wohl nach Hessen und Darmstadt gezogen haben. Denn dort hatte sie sich 2000 niedergelassen und ihr erstes Französisches Restaurant “La Java” eröffnet. Jetzt ist sie ein Bessunger Lapping (franz. lapin) geworden und hat dort zusammen mit ihrem Klaus im historischen Bessunger Jagdhof ein neues Zuhause gefunden.

Das ist Klaus, geboren und aufgewachsen im Darmstädter Watzeviertel. In Frankfurt studiert und seinen Beruf als Vermessungsingenieur 38 Jahre mit großer Leidenschaft betrieben. Hat eigentlich nie seine Heimatstadt verlassen, war aber schon 1958 in den Vogesen in Urlaub und später als Hippie in St. Marie de la Mer, kennt fast jeden Winkel in Frankreich und war aber jahrzentelang nur noch in Irland anzutreffen. Mochte schon immer den Französischen Wein und das “Savoir vivre” und so war es kein Zufall, dass er im Pädagogkeller, Mariannes zweites “La Java”, auf ihre explosive Mischung aus Nordafrika und französischem Baskenland traf und darin versank. Und so hat er sich schließlich mit ihr zusammen aufgemacht, sich an dem Geburtsort seines Vaters, nämlich Bessungen, niederzulassen. Dort betreiben sie nun gemeinsam das Französische Restaurant Belleville und den Bessunger Jagdhofkeller.